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Naturstein und Naturschutz

BIGrenaturierung061.jpgDie Gewinnung von mineralischen Rohstoffen ist ohne Eingriff in die bestehende Landschaft nicht möglich. Es werden Flächen genutzt, die auch für die Landwirtschaft, den Tourismus, regenerative Energien oder den Naturschutz in Frage kommen könnten. Dieses Spannungsfeld besteht nicht nur bei der Planung von Vorranggebieten für die Rohstoffgewinnung. Auch die konkrete Abbaugenehmigung wird von diesen, sich überlagernden, Interessen bestimmt.

Daher dauert es auch viele Jahre, um alle erforderlichen Prüfungen, Gutachten und Genehmigungen zu erhalten, um einen neuen Tagebau zu erschließen oder einen bestehenden zu erweitern.

Das umfangreiche Genehmigungsverfahren ist aus Sicht der Initiative Natursteine Vulkaneifel aus zwei Gründen sinnvoll: Zum einen gibt es Sicherheit für alle Beteiligten und zum anderen wird bereits im Genehmigungsverfahren festgelegt, wie sich die Folgenutzung darstellt. Bevor die erste Tonne Stein gebrochen wird, ist verbindlich festgelegt, wie der Tagebau nach Beendigung der Betriebsphase aussehen wird und in welcher Art und Weise die zurückgegebene Fläche genutzt wird.

Im Gegensatz zur Wohnbebauung oder bei Straßen- und Schienenwegen ist der Landbedarf bei der Gewinnung von Rohstoffen immer nur vorübergehend. Rekultivierung oder Renaturierung schaffen Flächen, die entweder für Wohnbebauung, Land- und Forstwirtschaft, die Erholung, den Tourismus oder als Biotope für seltene Tiere und Pflanzen dienen. Bei den Folgenutzungen liegt der Natur- und Artenschutz mit 53,7 Prozent weit vor Forstwirtschaft (15,4 Prozent) und Landwirtschaft mit 14,3 Prozent. Bei der Rekultivierung ist Ziel die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes. Dabei steht die erneute Verwendung der Flächen für Land- und Forstwirtschaft im Vordergrund.

Anders hingegen bei der Renaturierung. Sie stellt die naturnahe Gestaltung in den Vordergrund. Dabei werden Rückzugsgebiete für seltene Tiere und Pflanzen ebenso geschaffen, wie auch die Möglichkeit, im Rahmen des Geotourismus einen „Blick in die Erdgeschichte“ zu werfen.

Der Geopfad im Hillesheimer Land, oder der erste nationale Geopark „Vulkanland“ Eifel sind ohne die vielen Aufschlüsse in ehemaligen Abbaugebieten nicht denkbar.

Die Aufgaben zur Renaturierung und Rekultivierung betrachten die Natursteinbetriebe in der Vulkaneifel nicht als lästige Pflicht, sondern als Möglichkeit ihren Beitrag zu leisten, mit Natur und Landschaft nachhaltig umzugehen. So ist die Initiative auch als Gesellschafter und Kostenträger bei der Natur- und Geopark Vukaneifel GmbH verantwortlich beteiligt.

Die Notwendigkeit, heimische Rohstoffe zu gewinnen und zu nutzen, wird auch von den Naturschützern anerkannt. So haben der NABU Rheinland-Pfalz und der Baustoffverband Rheinland-Pfalz im Mai 2008 eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der man sich unter anderem gegenseitig verpflichtet, „zur Erstellung landesweiter und -spezifischer Konzeptionen zum Abbau und zur Verwertung mineralischer Rohstoffe mit beizutragen“. Weiter will man, „für eine langfristige Sicherung eines schonenden Rohstoffabbaus und der damit verbundenen Beschäftigungspotenziale eintreten“.

Dies zeigt, dass ein Konsens immer möglich ist, wenn die Beteiligten dialog- und kompromissbereit sind. Die Initiative Natursteine Vulkaneifel steht für offene Gespräche, gegenseitiges Verständnis und einen gerechten Interessenausgleich.